Morphologie

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    • Pflanze ausdauernd.
    • Sprossglieder auf der Wasseroberfläche schwimmend.
    • Mit kleinen, dunkelgrünen bis rotbraunen, linsenförmigen, wurzellosen Turionen (Überwinterungsknospen) überdauernd.

    Köniz (BE), 16.6.2019 (francoisealsaker)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

    Köniztal (BE), 18.5.2023 (Muriel Bendel)

    ... zusammen mit Lemna minor aggr. Witzwil (BE), 5.9.2025 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald, Bern (BE), 26.7.2024 (Muriel Bendel)

  • Sprossglieder

    • Sprossglieder breit eiförmig, stumpf, 4–7 mm lang, auf beiden Seiten flach (nicht aufgeblasen); Oberseite grün, im Spätsommer manchmal rötlich; Unterseite purpurn oder zumindest rötlich überlaufen.
    • Jedes Sprossglied mit mindestens 2, meist mit mehreren Wurzeln.
    • Wurzeln weiss, manchmal v.a. am Grund purpurn, > 1 cm lang.

    Dunkelgrüne Überwinterungsknospen (Turionen) und neue, hellgrüne Sprossglieder. Köniztal (BE), 18.5.2023 (Muriel Bendel)

    Die Überwinterungsknospen (Turionen) sind deutlich kleiner als die neuen Sprossglieder. Bremgartenwald, Bern (BE), 28.5.2024 (Muriel Bendel)

    Noville (VD), 8.8.2016 (wolfgang bischoff)

    Austreibende, dunkelgrüne Überwinterungsknospen (Turionen). Köniztal (BE), 18.5.2023 (Muriel Bendel)

    Combe du Pilouvi (NE), 27.7.2022 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Sprossunterseite purpurn. Köniz (BE), 16.6.2019 (francoisealsaker)

    Sprossglieder auf der Unterseite purpurn. Witzwil (BE), 5.9.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 14.9.2024 (Muriel Bendel)

    Jedem Sprossglied entspringt ein Wurzelbüschel. Combe du Pilouvi (NE), 27.7.2022 (Muriel Bendel)

Lebensraum

In relativ nährstoffreichen, stehenden oder langsam fliessenden Gewässern; Altarme, Buchten, Teiche. 

Verbreitung

Weltweit verbreitet.

Verbreitungskarte auf POWO.

Name

Der Artname ist Programm:
«Polyrhiza» bedeutet «vielwurzelig» (Griechisch poly für «viel, zahlreich», rhiza für «Wurzel») und bezieht sich auf die zahlreichen Wurzeln auf der Unterseite der Sprossglieder. 

Weiterführende Literatur

Van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007: Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland. Version 1.1, 20.05.2007
https://flora.naturkundemuseum-bw.de/BestimmungMakrophyten.pdf 

Ziegler, P. 2024: The Developmental Cycle of Spirodela polyrhiza Turions: A Model for Turion-Based Duckweed Overwintering? Plants, 13(21): 2993
DOI:10.3390/plants13212993
researchgate.net 

Mögliche Verwechslung

Die Sprossglieder der Kleinen Wasserlinse (Lemna minor) sind 

  • kleiner (2–3 mm lang), 
  • auf der grünen (nicht purpurnen) Unterseite entspringt nur 1 Wurzel (nicht mehrere), 
  • die Pflanzen überwintern ohne Turionen (Überwinterungsknospen).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 21. April 2026

Forum

Diskussionen der Community

The secret life of Spirodela polyrhiza

Im Spätherbst sind sie auf einmal weg – und im Frühling tauchen sie wie aus dem Nichts wieder auf. Dabei sind sie mehrjährig, haben keine Füsse (nur ein paar Wurzeln) und können nicht fliegen...

Ich war neugierig, wie die sog. "Turionen" (Überwinterungsknospen) bei der Teichlinse (Spirodela polyrhiza) konkret den Winter überstehen und hab deshalb ein paar Pflänzchen im Herbst in ein Glas gesperrt und auf dem Balkon stehen lassen. Selbstverständlich ohne Anspruch auf eine anständige Versuchsanordnung oder auf einen halbbatzig nachgeahmten Lebensraum.

Im Herbst bildeten die hellgrünen Sprossglieder neue, deutlich kleinere, breit ovale, dunkelgrüne bis rotbraune, wurzellose Sprossglieder (Turionen), welche sich bald von den Mutterpflanzen ablösten. 

Dann geschah eine Weile nicht viel: Die kleinen Turionen und die Sprossglieder (noch grün oder bereits braun und abgestorben) dümpelten auf der Wasseroberfläche vor sich hin. 

Am 4.1.2026 wurden die Turionen und die Sprossglieder auf der Wasseroberfläche vom Eis eingeschlossen; am 7.1.2026 fror das gesamte Wasser im Glas. Ein Teil der Pflanzen befand sich am Grund des Glases, ein Teil war wenig unterhalb der Oberfläche eingefroren. 

Die Turionen überlebten das Eis offensichtlich unbeschadet und spürten zumindest im kleinen Glas bereits Ende Februar den Frühling: Sie bildeten neue, bewurzelte Sprossglieder, die nach knapp 2 Wochen bereits so gross wie die Turionen waren.

Mittlerweile verfärben sich die kleinen Turionen gelblich und sterben ab – und die neuen Sprossglieder wachsen munter weiter. 

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